Standort von Servern und Domains ermitteln - die IP Adresse

Autor: HOSTTEST-Redaktion   | 28.12.2018
Standort von Servern und Domains ermitteln - die IP Adresse

eigener-server.jpg An jeder Kommunikation über das Internet ist eine Vielzahl von unterschiedlichen Servern und Gateways beteiligt. Von seiner Struktur her ist es dezentral organisiert und besteht aus einem globalen Netzwerk von Computern, die stets versuchen, einen optimalen Weg von ihrem Standort zu dem Ziel einer Anfrage zu ermitteln.

Es ist in einigen Fällen hilfreich, den Standort eines Servers möglichst genau zu orten - etwa um einen potentiellen Fakeshop zu überprüfen. Beim Webhosting ist er unter anderem wichtig, weil der Standort eines Servers in Verbindung mit einer Domain ein entscheidendes Ranking Kriterium etwa bei Google ist. Der Standort ist darüber hinaus für die Darstellung von regionalen Ergebnissen ausschlaggebend und beeinflusst damit das Ergebnis einer Suche mitunter stärker als jedes andere Ranking Kriterium. Um die Ausfallzeit eines Servers zu protokollieren, bietet sich zudem eine Serverüberwachung an.

Lässt sich der Standort eines Servers zweifelsfrei ermitteln?

Die gute Nachricht für Verbraucher und die schlechte für potentielle oder aktive Betrüger ist, dass - um eine populäre Redensart zu bemühen - "alles im Internet eine Spur hinterlässt". In Verbindung mit dem Standort eines Servers bedeutet dies, dass jede Anfrage eine exakte Wegbeschreibung zu dem Ort eines Servers generiert. Dies geschieht in zwei Stufen: Über die Domain Adresse lässt sich zweifelsfrei der verantwortliche Server ermitteln und anschließend dessen Standort ermitteln, um beispielsweise einen möglichen Fakeshop oder eine betrügerische URL zu überprüfen. In einigen Fällen sind die Angaben so exakt, dass eine konkrete Adresse vorliegt - in jedem Fall ist es aber möglich, den Standort auf einen regionalen Umkreis einzugrenzen oder den nächstliegenden Knotenpunkt zu orten.

 

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Gibt eine Domain Adresse Auskunft über den realen Standort?

Eine Domain Adresse ist nichts anderes als ein für Menschen leicht lesbarer Code, hinter dem sich digitale Informationen verstecken. Sowohl im Internet wie auch in lokalen LAN Netzwerken verwenden IT-Strukturen intern keine Namen, sondern wandeln diese in dezimale oder hexadezimale IP-Adressen um. Diese enthalten anders als eine URL zunächst einmal keinen direkten Bezug auf ihren angeblichen oder tatsächlichen Standort. Grundsätzlich kann aber auch ein Domainname unabhängig von seiner lokalen Endung wie .de oder .eu auf jedem beliebigen Server gehostet werden - eine Tatsache, die sich ein Fakeshop oft zunutze macht. Darüber hinaus orten Suchmaschinen wie Google IP-Adressen und werten eine Übereinstimmung mit einer länderspezifischen Domain als wichtiges Ranking Kriterium.

Welche Werkzeuge können den Standort eines Servers orten?

Es existieren mehrere Möglichkeiten, um den Standort eines mit dem Internet verbundenen Computers zu ermitteln. Sie ermöglichen es, jeden von ihnen mit einer relativ exakten Position zu orten - unabhängig davon, ob es sich um einen privaten Nutzer (Client), einen Fakeshop, einen Webserver oder ein Unternehmen handelt. Eine der üblichsten Methoden ist das Orten über die für jeden Computer individuelle und eindeutige IP-Adresse. Die IP-Adressen werden gebündelt an Anbieter wie Internet Service Provider vergeben, deren Standort selbstverständlich mindestens national - häufig auch regional - bekannt ist. Bestimmte Adressenräume lassen sich dadurch in der Regel auch einer Region zuordnen. Google beispielsweise nutzt diese Tatsache, um Besucher zu orten und lokale Inhalte anzuzeigen.

 

Tools

Es existieren unterschiedliche Tools, die zu der Grundausstattung jedes Betriebssystem wie Microsoft Windows und Linux gehören. Sie ermöglichen es problemlos, den Standort einer IP-Adresse zum Beispiel bei einem Fakeshop zu ermitteln. Das wichtigste unter ihnen ist Traceroute. Dabei handelt es sich um einen Befehl für das Terminal, der Informationen zu jedem Knotenpunkt einer Verbindung bis zu einer Zieladresse ausgibt. Er kann unter Linux unter traceroute Domain.TLD und unter Windows mittels tracert Domain.TLD aufgerufen werden. Die Ausgabe der Route erfolgt entlang der einzelnen Knotenpunkte (Hops) und sieht zum Beispiel so aus:

tracert google.com
Routenverfolgung zu google.com [64.XXX.XXX.XXX]

  • 1 <1 ms <1 ms <1 ms 10.0.2.2
  • 2 2 ms 3 ms 3 ms 192.168.1.1
  • 4 20 ms 19 ms 14 ms 190.XXX.XXXX.XX [190.XXX.2XXX.XX]
  • ...
  • 11 20 ms 18 ms 18 ms 216.XXX.XX.XXX
  • ...
  • 22 17 ms 24 ms 20 ms cb-in-YYYYYYY.net [64.XXX.XXX.XXX]
  • ...

 

 

Die Angaben umfassen Anzahl der Knoten, die Zeit zur Verbindungsaufnahme (Server Response Time - SRT) sowie IP-Adresse und in einigen Fällen auch die Domain Adresse. Anhand dieser Informationen lässt sich beispielsweise ein Fakeshop mit einem anderen als den offiziell angegebenen Standort leicht ermitteln.

Welche Dienste nutzen das Orten einer IP-Adresse?

Suchmaschinen wie Google nutzen den Standort eines Computers und von Servern intensiv, um relevante Ergebnisse zu ermitteln. Zunächst einmal ist eine Übereinstimmung von nationaler Domainendung wie .de, .at oder .fr mit der physischen Server Location ein positives Ranking Kriterium. Darüber hinaus werden Nutzer durch das Orten ihrer Position mit lokalen Informationen versorgt. Eine einfache Suche nach Dienstleistungen bevorzugt stark Anbieter in demselben Raum und räumt diesen Priorität gegenüber fast jedem anderen Ranking Kriterium ein. Ähnlich sieht es etwa bei Nachrichtenportalen wie Google News aus, die anhand der IP-Adresse ihre Nutzer orten und bevorzugt regionale oder zumindest länderspezifische Informationen ausgeben. Über den Standort lässt sich zudem die bevorzugte Sprache einer Webseite ermitteln. Globale Konzerne orten deshalb Besucher und leiten sie auf die entsprechende Präsenz ihres Landes um.

 

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Foto: jamoluk |pixabay.com

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