Grundlagen
Was ist kostenloser Cloud-Speicher?
Bei einem Cloud-Speicher werden Dateien nicht ausschließlich lokal auf dem Computer oder Smartphone gespeichert, sondern auf den Servern eines Cloud-Anbieters abgelegt. Dadurch können sie über das Internet von unterschiedlichen Geräten aus abgerufen werden.
Viele Anbieter arbeiten nach einem Freemium-Modell. Ein begrenzter Speicherplatz kann dauerhaft kostenlos genutzt werden, während für größere Speicherkontingente oder zusätzliche Funktionen ein kostenpflichtiger Tarif benötigt wird.
Kostenlos bedeutet dabei nicht zwangsläufig, dass der Funktionsumfang identisch mit einem Premium-Tarif ist. Je nach Anbieter können beispielsweise die maximale Dateigröße, Versionierung, zusätzliche Sicherheitsfunktionen oder andere Leistungsmerkmale eingeschränkt sein.
Wichtig: Ein großer kostenloser Speicherplatz macht einen Dienst nicht automatisch zum besten Angebot. Entscheidend ist, ob Speichergröße, Sicherheit, Apps, Synchronisierung und mögliche Einschränkungen zu deinem Einsatzzweck passen.
Worauf solltest du beim kostenlosen Cloud-Speicher achten?
Speicherplatz Je nach Anbieter stehen nur 2 GB oder sogar 20 GB kostenlos zur Verfügung. Vor allem Fotos und Videos können kleine Kontingente schnell füllen.
Geteilter Speicher Bei manchen Plattformen wird das Kontingent gleichzeitig für verschiedene Dienste verwendet. Dadurch steht nicht zwingend die komplette angegebene Speichermenge für Dateien zur Verfügung.
Upload-Limits Einige Anbieter begrenzen die maximale Größe einzelner Dateien. Das kann vor allem bei Videos, Archiven und Backups relevant werden.
Synchronisierung Gute Desktop- und Smartphone-Apps sorgen dafür, dass Dateien automatisch zwischen mehreren Geräten aktuell gehalten werden.
Datenschutz Datenstandort, Unternehmenssitz und verwendete Verschlüsselung können sich zwischen den Anbietern deutlich unterscheiden.
Ende-zu-Ende-Verschlüsselung Besonders sensible Dateien können von Diensten profitieren, bei denen nur der Nutzer selbst den notwendigen Schlüssel für die Entschlüsselung besitzt.
Dateifreigabe Wer Dateien regelmäßig mit Freunden, Kunden oder Kollegen teilt, sollte auf einfache Freigabelinks und passende Berechtigungsmöglichkeiten achten.
Kosten für ein Upgrade Reicht der kostenlose Speicher später nicht mehr aus, können Preis und Leistungsumfang der kostenpflichtigen Tarife entscheidend werden.
Wie viel kostenlosen Cloud-Speicher brauchst du?
Wie viel Speicher sinnvoll ist, hängt stark davon ab, welche Dateien in der Cloud abgelegt werden. Textdokumente benötigen nur wenig Platz, während hochauflösende Fotos und insbesondere Videos deutlich größere Datenmengen verursachen.
| Speichergröße |
Typische Nutzung |
Einschätzung |
| 2 GB |
Dokumente und einzelne wichtige Dateien |
Für eine kleine Dokumenten-Cloud ausreichend |
| 5 GB |
Dokumente, einige Fotos und kleinere Backups |
Für gelegentliche Nutzung geeignet |
| 10 GB |
Dokumente und eine größere Zahl von Fotos |
Guter Einstieg für private Nutzung |
| 15–20 GB |
Dokumente, Fotos und kleinere Medienarchive |
Für einen kostenlosen Tarif vergleichsweise großzügig |
| 100 GB und mehr |
Umfangreiche Fotoarchive, Videos und Backups |
Meist ist ein kostenpflichtiger Tarif sinnvoll |
Datenschutz und Sicherheit bei kostenlosen Cloud-Speichern
Wer persönliche Dokumente, Fotos oder andere sensible Daten in einer Cloud speichert, sollte nicht nur auf die Größe des Speicherplatzes achten. Mindestens ebenso wichtig ist die Frage, wie der jeweilige Anbieter die gespeicherten Daten schützt.
Eine verschlüsselte Datenübertragung gehört bei modernen Cloud-Diensten zum Standard. Davon zu unterscheiden ist allerdings eine echte Ende-zu-Ende- beziehungsweise clientseitige Verschlüsselung. Dabei werden die Daten bereits auf dem Gerät des Nutzers verschlüsselt und erst anschließend in die Cloud übertragen.
Zusätzlich kann der Standort des Anbieters beziehungsweise der verwendeten Rechenzentren eine Rolle spielen. Während große Dienste wie Google, Microsoft, Apple, Dropbox und Box aus den USA stammen, positionieren sich Anbieter wie Infomaniak, pCloud und Proton bewusst als europäische beziehungsweise Schweizer Alternativen.
Tipp: Für besonders sensible Dokumente sollte nicht allein auf die Bezeichnung „verschlüsselt“ geachtet werden. Entscheidend ist, ob es sich lediglich um eine verschlüsselte Übertragung und Speicherung oder um eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung handelt.